Wissenswertes zum Reisemobilurlaub

Hier möchte ich Ihnen ein paar nützliche Tipps für den Wohnmobilurlaub zur Verfügung stellen, dazu sei gesagt, dass ich natürlich nicht für Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität garantieren kann und dadurch jegliche Haftung ausschließe. Was gilt es in Europa bei einem Urlaub mit einem Wohnmobil bis 3,5 t Gesamtgewicht zu beachten?



1.) Geschwindigkeitsbegrenzungen



a. In den meisten Ländern gelten für Wohnmobile bis 3,5 t dieselben Regeln wie für PKW.
b. Allerdings gibt es Beschränkungen, die sich z.B. auf die Dauer des Führerscheinbesitzes oder auf das Alter des Fahrers beziehen.
c. Auf den Autobahnen beispielsweise gilt in Deutschland die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, während in Finnland nur zum Teil 80 km/h gefahren werden dürfen.
d. Hier können Sie sich eine Liste mit Tempolimits der meist besuchten Länder herunterladen (Stand 12.2016).

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2.) Straßengebühren/Maut



a. Die Maut ist in den einzelnen Ländern unterschiedlich geregelt. Zum Teil ist sie von der Fahrzeuglänge, zum Teil aber auch von der Fahrzeughöhe abhängig. In einigen Ländern ist sie aber mit der „normalen“ PKW-Maut identisch. In Spanien wird für Fahrzeuge mit einer Zwillingsbereifung eine höhere Maut verlangt.




3.) Wo darf übernachtet/gecampt werden?



a. Wer auf seiner Urlaubsreise „frei“ übernachten oder campen will, muss häufig zwischen einem kurzen Schlaf zur Wiederherstellung der Fahrtauglichkeit oder richtigem Campen unterscheiden. Zudem gibt es differenzierte Regelungen zu öffentlichem und privatem Grund.

b. Nicht selten gibt es auch innerhalb der Länder noch regional unterschiedliche Bestimmungen. Am „unkompliziertesten“ sind unsere belgischen Nachbarn. Dort ist derzeit das Übernachten problemlos möglich.

c. Somit ist zwingend anzuraten, sich vor dem Antritt der Reise mit den unterschiedlichen Bestimmungen der jeweiligen Länder und Regionen vertraut zu machen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben.




4.) Sonstige Regelungen



a. In einigen Ländern Europas ist zur Kenntlichmachung der Fahrräder (des „Überstandes“) eine Warntafel am Träger anzubringen. Leider gibt es z.B. zwischen Spanien und Italien unterschiedliche Regelungen.

b. In Italien muss generell jegliche Ladung, die die im Fahrzeugschein eingetragenen Ausmaße bis zu max. 30 % der Fahrzeuglänge (mehr ist nicht erlaubt!) nach hinten übertrifft, gekennzeichnet sein. Dies betrifft auch am Heck befestigte unbeladene und sogar eingeklappte Fahrradträger. Es ist in Italien untersagt, die Ladung nach vorne überstehen zu lassen. Die italienische Warntafel ist 50 x 50 cm groß und rot-weiß schraffiert sowie reflektierend.



c. In Spanien müssen an Fahrradträgern sogar zwei Warntafeln (jeweils außen) angebracht werden. Diese sind ebenfalls 50 x 50 cm groß, rot-weiß schraffiert und reflektierend, haben aber zusätzlich eine schwarze Umrandung. Bei der Anbringung ist darauf zu achten, dass die Streifen ein „V“ bilden. Die überstehende Ladung darf dabei maximal 10 % der Fahrzeuglänge ausmachen.




5.) Empfehlungen



a. Gerade in Frankreich ist es in den letzten Jahren häufiger zu Einbrüchen in Wohnmobile gekommen. In manchen Gegenden empfiehlt es sich, das Fahrzeug eher auf einem Campingplatz als nur auf einem Wohnmobilstellplatz abzustellen.

b. Die Fährpreise sind, wie könnte es anders sein, u.a. von den Ausmaßen des Wohnmobils abhängig. Bei langen Fährfahrten (z.B. Kiel-Oslo) liegen zwischen den Preisen für den T60 und den T68 für ein Return-Ticket schnell einmal 200 Euro Differenz.



6. Was beinhaltet gds. das Leergewicht („Masse in fahrbereitem Zustand“)?



Geregelt ist dies in der EU-Verordnung 1230/2012.

i.   Eigengewicht des Fahrzeugs incl. Fahrer (75 kg)
ii.   Kraftstofftank zu 90 % gefüllt
iii.  Wassertank mit reduziertem Volumen (20 kg)
iv.   Alugasflasche voll (11kg)
v.   Kabeltrommel (4 kg)